Aktien
Die globalen Aktienmärkte legten im dritten Quartal insgesamt zu, entwickelten sich jedoch regional und nach Marktsegmenten sehr unterschiedlich. Der MSCI World gewann 1.9 %. Robuste Nachfrage und hohe Investitionen in KI-Infrastruktur standen dabei dem Gegenwind gestiegener Zinsen und Energiekosten gegenüber.
In den USA stieg der S&P 500 um 2.3 %, während der Nasdaq 100 nur leicht zulegte (+0.6 %). US-Nebenwerte gerieten dagegen deutlich unter Druck: Der Russell 2000 verlor 7.2 %. Die Widerstandskraft grosser US-Unternehmen ging somit nicht mit einer breit abgestützten Aufwärtsbewegung des gesamten Aktienmarkts einher.
Der erwähnte Marktgegenwind war auch in Europa zu spüren. Der Stoxx Europe 600 gab um 0.7% nach, der Schweizer SPI verlor 2.0%. Zusätzlich zum schwächeren Marktumfeld belasteten die Indexschwergewichte Nestlé und Novartis den Schweizer Aktienmarkt. Aufgrund ihres hohen Indexgewichts schlugen sich die Kursverluste beider Titel entsprechend im Gesamtmarkt nieder.
Besonders ausgeprägt waren die Unterschiede in Asien. Während die Aktienmärkte Japans (+3.8%), Taiwans (+4.9%) und Hongkongs (+8.6%) zulegten, verlor der chinesische CSI 300 11.8% und der südkoreanische KOSPI 19.2%. Die wirtschaftlichen Impulse des KI-Ausbaus übersetzten sich somit nicht an allen beteiligten Börsen in Kursgewinne.
Obligationen
Der weltweite Ausverkauf an den Obligationenmärkten trieb die langfristigen Renditen in vielen Industrieländern auf Mehrjahreshochs. In den USA erreichte die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen gegen Quartalsende den höchsten Stand seit 2002. Auch in Grossbritannien und Teilen Europas stiegen die langfristigen Finanzierungskosten deutlich. Neben der Erwartung länger anhaltender hoher Leitzinsen belastete insbesondere der umfangreiche Finanzierungsbedarf der Staaten die Märkte.
Der Renditeanstieg führte entsprechend zu Kursverlusten bei bestehenden Obligationen. Schweizer-Franken-Anleihen verloren gemessen am Index (SBI AAA–BBB) 1.7 %, Euro-Anleihen guter Bonität gaben um 3.8 % nach und der US-Staatsanleiheindex sank um 3.0 %.
Höhere langfristige Zinsen verteuern Kredite und Refinanzierungen und könnten Investitionen und Konsum zunehmend bremsen.
Alternative Anlagen
Gold legte um 3.3 % zu, musste im September jedoch einen Teil seiner Gewinne wieder abgeben. Die steigenden Renditen erhöhten die Attraktivität verzinslicher Anlagen und wirkten dem Edelmetall entsprechend entgegen.
Deutlich stärker stiegen die Ölpreise: Die US-Sorte WTI verteuerte sich im Quartal um 31.7 % und lag damit seit Jahresbeginn 58.9 % im Plus. Die anhaltende unsichere Lage in der Strasse von Hormus sowie die daraus resultierenden Engpässe bei raffinierten Produkten hielten die Versorgungssicherheit im Fokus.
Auch Industriemetalle profitierten von den geopolitischen Unsicherheiten und gewannen insgesamt 5.4 %. Börsenkotierte Private-Equity-Gesellschaften verzeichneten leichte Kursgewinne von 1.6 %. Besonders kräftig erholten sich Kryptowährungen: Bitcoin stieg um 44.3 %, notierte zum Quartalsende jedoch weiterhin unter seinem Stand zum Jahresbeginn.